In einer Welt, die von Digitalisierung und unerwarteten Krisen geprÀgt ist, steht der B2B-Vertrieb vor enormen Herausforderungen. Doch gerade in diesen Zeiten können Vertriebsentscheider durch innovative AnsÀtze und AnpassungsfÀhigkeit nicht nur bestehen, sondern auch wachsen. Lass uns gemeinsam erkunden, wie der moderne B2B-Vertrieb sich transformiert und welche Strategien jetzt den Unterschied machen.
Die neue RealitÀt im B2B-Vertrieb
Traditionelle Vertriebswege werden zunehmend durch digitale KanÀle ergÀnzt oder sogar ersetzt. Kunden recherchieren eigenstÀndig online und bereiten Entscheidungen vor, lange bevor sie mit einem Vertriebsmitarbeiter sprechen. Die Pandemie hat diesen Trend beschleunigt und gezeigt, dass digitale Kommunikationstools unerlÀsslich sind. Unternehmen, die bereits vor der Krise in digitale Vertriebsstrategien investiert haben, konnten laut unterschiedlicher Studien Wettbewerbsvorteile erzielen.
Persönliche Erfahrung: Vom analogen Vertrieb zum digitalen Pionier mit KI
Vor zwei Jahren begleitete ich ein Vertriebsteam, das bis dato stark auf persönliche Kundenbesuche und analoge Kontaktwege setzte. Aber das Einkaufsverhalten ihrer Zielkunden hatte sich rasant geĂ€ndert. Mit dem Aufkommen digitaler Tools und KI sowie nachlassender Erfolge erkannte der Vertriebsleiter die Notwendigkeit, ihre Strategie zu ĂŒberdenken.
Also begann er (weil naheliegend) das CRM-System mit einem Beratungshaus âKI-readyâ zu machen, um Leads intelligenter zu qualifizieren und Prozesse effizienter zu gestalten. KI sollte dabei helfen, KundenbedĂŒrfnisse besser zu prognostizieren und schneller individualisierte Angebote auszuspielen. Gesagt, getan: Ein dreiviertel Jahr Projektlaufzeit zur EinfĂŒhrung, Live-Setzung, Ergebnis: Null VerĂ€nderung. GeschĂ€ftsfĂŒhrung ânot amusedâ. Kommt Dir das bekannt vor?
In einer ersten Analyse mit mir stellte sich heraus, dass nicht die Technik sondern mangelnder Fokus auf die KulturverĂ€nderung im Unternehmen hier die gröĂte HĂŒrde war. Die Ă€uĂerliche Ablehnung aufgrund von angeblich âinstabiler Technik fĂŒr den AuĂendienstâ entpuppte sich als etwas ganz anders: Die Skepsis im Team war zu groĂ â viele sahen in der Automatisierung eine Bedrohung ihrer bisherigen Arbeitsweise.
Doch durch co-kreative Workshops, in denen wir gemeinsam mit den Vertriebsteams sowie verbunden Abteilungen inklusive GeschĂ€ftsfĂŒhrung erarbeiteten, wie KI und digitale Tools sie unterstĂŒtzen können und was sie persönlich brauchen, wandelte sich die Einstellung. Das Ergebnis: Eine Kultur der Beteiligung statt dem blinden Durchsetzen von âTop-Downâ-PlĂ€nen, mehr AbschlĂŒsse, weniger manuelle Arbeit und vor allem ein Vertrieb, der mit digitaler UnterstĂŒtzung arbeitet, statt dagegen.
Erfolgsfaktoren fĂŒr den modernen B2B-Vertrieb
Aus den beschriebenen VerĂ€nderungen ergeben sich zunĂ€chst aus verschiedenen Studien naheliegende Erfolgsfaktoren, die aber eher aus meiner Erfahrung an der âkognitivenâ OberflĂ€che der Vertriebsorganisation kratzen. Als drei typische werden oft genannt:
1) Digitale PrÀsenz stÀrken:
Eine professionelle Online-PrĂ€senz ist unerlĂ€sslich. Potenzielle Kunden informieren sich online ĂŒber Produkte und Dienstleistungen. Ein ansprechend moderner Webauftritt und aktive Social-Media-KanĂ€le können den ersten Kontakt erleichtern.
2) Datengetriebene Entscheidungen treffen:
Moderne CRM-Systeme ermöglichen es, KundenbedĂŒrfnisse besser zu verstehen und Vertriebsstrategien schneller entsprechend anzupassen. Datenanalyse hilft dabei, die Verkaufschancen zu identifizieren und begrenzte Ressourcen effizient einzusetzen.
3) FlexibilitÀt und AnpassungsfÀhigkeit:
Gerade in Zeiten von Krisen ist es wichtig, schnell auf VerÀnderungen zu reagieren. Agile Vertriebsstrukturen und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, sind entscheidend.
Handlungsempfehlungen fĂŒr Vertriebsentscheider
Die oben genannten Faktoren lassen sich leider nicht mit Technologie alleine, noch âauf die Schnelleâ oder Anweisung der Nutzung âerkaufenâ. Der Fokus deiner ersten Schritte darauf liegen, aus Betroffenen Beteiligte zu machen. Nur beteiligte Menschen, die mit ihren Bedenken, WĂŒnschen und Ideen gehört werden und damit WertschĂ€tzung auch fĂŒr ihre vermutlich initiale Angst oder Beharrung erfahren, mache âdeineâ Sache zu âihrerâ Sache. Also, People First:
1) Digitale Transformation ist vor allem Kulturelle Transformation: Setze daher auf co-kreative Workshops und Wege der Beteiligung mit deinem Team.
Anstatt neue digitale Tools nur âvon obenâ einzufĂŒhren oder die IT dazu zu verhaften, arbeite erst gemeinsam mit deinem Team daran, die besten Lösungen fĂŒr eure Prozesse und Kompetenzen zu finden. So steigt nicht nur die Akzeptanz, sondern vor allem die Eigenverantwortung fĂŒr die Nutzung.
2) Investiere in die Kompetenz Deiner Mitarbeiter:innen und mache digitale Tools zum Erlebnis statt zur Last.
Macht euch fit fĂŒr KI-gestĂŒtzte CRM-Systeme, idealerweise durch Trainings von Mitarbeiter:innen fĂŒr Mitarbeiter:innen. Nutzt unternehmensĂŒbergreifende Netzwerke fĂŒr den Erfahrungsaustausch zu neuen Prozessen und findet âEvangelistenâ in Eurem Teams, die SpaĂ an VerĂ€nderung haben und andere mitnehmen können (Spoiler: Generalisten im Team sind dazu besonders geeignet, da Neugier ihr natĂŒrlicher Treiber ist😉)
3) Shit in â Shit out: DatenqualitĂ€t entscheidet ĂŒber digitalen Erfolg.
Vertriebsteams mĂŒssen SpaĂ und Sinn darin sehen, Daten im System zu pflegen und sinnvoll zu nutzen. Mit einem Datengrab kann weder der digitale Vertrieb noch die Assistenz durch KI etwas anfangen! Ohne gepflegte und durchdachte Datenbasis bleiben Automatisierung und smarte Analysen wirkungslos. Das wissen die meisten Vertriebsleiter eigentlich auch schon seit EinfĂŒhrung eines CRM-Systems, aber spĂ€testens mit KI sollte der Neuanfang mit Schritt 1) dazu erfolgen.
Good News: Solange Menschen von Menschen kaufen – sprich durch Emotionen, sozieles Miteinander und persönliches Vertrauen ins menschliche GegenĂŒber – ihre Kaufentscheidungen treffen, wird der B2B-Vertrieb weiterhin seine Berechtigung haben. Sich darauf auszuruhen und auf alte Zeiten zu hoffen, ist leider kontraproduktiv. Aber es wĂ€re doch echt unintelligent im Vertrieb, wenn man nicht digitale Spezialisten als Assistenten zur Erleichterung des (persönlichen) Vertriebserfolgs nutzen wĂŒrde, oder?
Wie bereitest du dein Vertriebsteam auf die Zukunft vor? Sprich mich gerne HIER bei Bedarf an!
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